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LANDWIRTSCHAFT IN BADEN-WÜRTTEMBERG - DATEN UND FAKTEN

Arbeitskräfte und Bruttolöhne

Die Arbeitskräftesituation in der Landwirtschaft war schon immer dadurch geprägt, dass nicht nur Betriebsleiter und -inhaber, sondern weitere Familienmitglieder ihre Arbeitskraft zumindest teilweise dem Betrieb zur Verfügung stellten. Gerade in Baden-Württemberg mit seinen eher kleinstrukturierten Betriebsformen und dem hohen Anteil an Sonder- und Dauerkulturen ist die Arbeitskraft vor allem der Familienangehörigen eine starke und kaum wegzudenkende Größe. Im Jahr 1979 waren noch mehr als 327.000 Personen in der Landwirtschaft tätig, darunter 94 % Familienarbeitskräfte. Im Vergleich zu 2016 ist dies ein Rückgang um 179.500 Personen bzw. gut 55 %.

Entwicklung der Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben

Anteilige Arbeitskräfte in den Betrieben

Im Erhebungsjahr 2016 waren auf den landwirtschaftlichen Betrieben mehr als 148.400 Personen beschäftigt. Die Zahl der Familienarbeitskräfte sank seit 1979 um 76 % auf 72.700 Personen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Fremdarbeitskräfte um fast das Vierfache auf 75.700 Personen an. Im Jahre 1999 war dieser Anteil bei 35 % und vor dreißig Jahren bei 6 %.
Die Fremdarbeitskräfte teilen sich in 2016 auf 29 % familienfremde ständig Beschäftigte sowie 71 % als nicht ständig Beschäftigte (Saisonarbeitskräfte; höchstens 3 Monate im Unternehmen) auf.

Anteil Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben

Arbeitskräfte in Einzelunternehmen

Die klassischen Familienunternehmen spielen traditionell in Baden-Württemberg die bedeutendste Rolle. So wurden in 2016 noch 89 % der 40.500 Betriebe als Einzelunternehmen geführt. In diesen Betrieben sind 81 % aller Personen beschäftigt.
Allerdings sind nur noch 27 % der Personen auf den Betrieben vollbeschäftigt.
In den Haupterwerbsbetrieben sind knapp 66.300 Personen beschäftigt. Von den mehr als 13.500 Haupterwerbsbetrieben gaben mehr als 57 % der Betriebe an, in der Landwirtschaft vollbeschäftigt zu sein.
In den Nebenerwerbsbetrieben sind nur unwesentlich weniger Personen als in den Haupterwerbsbetrieben beschäftigt (45 %). Sieben % der Nebenbetriebe gaben eine Vollbeschäftigung an.

Anteil der Beschäftigten in den Haupterwerbsbetrieben

Anteil der Beschäftigten in den Nebenerwerbsbetrieben

Bruttolöhne

Die Bruttolöhne und -gehälter (Verdienste) enthalten die von den im Inland ansässigen Wirtschaftseinheiten (Betrieben) geleisteten Löhne und Gehälter der beschäftigten Arbeitnehmer vor Abzug der Lohnsteuer und der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer sowie Sachleistungen, die den Arbeitnehmern unentgeltlich oder verbilligt zur Verfügung gestellt werden.

Grafik: Bruttolöhne und -gehälter 2018

Im Jahr 2018 lagen die Bruttolöhne bundesweit zwischen 25,00 und 38,00 € je Arbeitsstunde. Im Vergleich dazu liegen die Bruttolöhne in der Land- und Forstwirtschaft mit 15,80 bis 20,10 € im Schnitt um 42 % niedriger. Die Werte für Baden-Württemberg liegen mit 35,10 € bzw. 17,10 € (LuF) im oberen Viertel.

Nach den Auswertungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg sind zwar die Bruttolöhne im Vergleich zum Vorjahr kräftig gestiegen, allerdings muss dies für einzelne Wirtschaftsbereich relativiert werden. So liegt beispielsweise der durchschnittliche Bruttolohn im produzierenden Gewerbe bei rund 48.990 € und damit 2,9 mal so hoch wie der Lohn in der Land- und Forstwirtschaft mit 17.070 €. Auch war der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beim Dienstleistungsgewerbe mit 3,7 % dreimal so hoch, wie der bei der Landwirtschaft mit 1,2 %.



Stand 04.2019

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