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Brotgetreide

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Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


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Marktlage Getreide

Welt: Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit deutlich positiver Weltgetreidebilanz waren die Endbestände auf ein solides Niveau angewachsen. In der Märzschätzung 2019 bezifferte das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) den Weltgetreide-Endbestand zum 30.06.2018 (Getreide ohne Reis) auf rund 650 Mio.t. Daraus ergab sich für das Getreidewirtschaftsjahr 2017/18 eine Relation Endbestand zu Erzeugung von 30,7% bzw. eine Reichweite der Endbestände von knapp 112 Tagen. So hoch wie zuletzt zur Jahrtausendwende. Im aktuellen Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 soll einer Erzeugung von 2.105 Mio.t einem Verbrauch von 2.140 Mio.t gegenüber stehen. Damit würden die Endbestände zum 30.06.2019 auf 607 Mio.t und der stock-to-use-ratio auf 28,2% schrumpfen. Die Schätzung des Internationalen Getreiderats in London zeigt ähnliche Tendenzen.
Europa: Im Märzbericht 2019 schätzte die EU-Kommission die Getreideernte der EU-28 Staaten 2018 inzwischen auf rund 290,5 Mio.t. Der Verbrauch wird für 2018/19 mit rund 285 Mio. t etwas darunter gesehen. Die Drittlandexporte werden auf nur 29,9 Mio.t beziffert und liegen damit weit unter den Spitzenjahren 2014/15 und 2015/16, als die EU noch mehr als 50 Mio.t Getreide exportierte. Die Endbestände liegen mit 48,4 Mio. t aufgrund des geringeren Exports über dem Vorjahresniveau (47,3). Damit lässt sich festhalten: Aufgrund der extremen Trockenheit im nordeuropäischen Raum fiel die Ernte zwar deutlich unterdurchschnittlich aus, die aber eher schwachen Exporte aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks aus Russland (große Ernte) und den USA (Handelstreit USA/China) führten dazu, dass in der EU die Knappheit an Getreide nur phasenweise zu spüren war. Mit 27,9 Mio.t wird voraussichtlich nahezu genau so viel Getreide importiert, so dass die Endbestände sogar leicht wachsen werden. Und dies trotz eines knappen Selbstversorgungsgrades von 101,9%. Erste Schätzungen für das Jahr 2019/20 weisen wieder optimistischere Zahlen aus. Die Kommission geht von einer Getreideernte im Sommer 2019 in Höhe von 307,5 Mio.t (EU-28) aus. Abzuwarten bleiben die weiteren Entwicklungen in Sachen Brexit. Ggf. werden die Zahlen in den nächsten Monaten entsprechend zu korrigieren sein.
Deutschland:
Das 2. vorläufige Ergebnis der Ernte 2018, veröffentlicht durch das Statistische Bundesamt im Oktober, weist eine Getreideernte ohne Mais von nur 34,64 Mio.t (Vj. 41,0) aus. Mit Mais wird die Erntemenge auf 38,0 Mio.t (Vj.: 45,56) beziffert. In Summe bedeutet das, dass Deutschland bei einem Jahresverbrauch von rund 43 bis 44 Mio.t in der Saison 2018/19 erstmals seit langem wieder Netto-Importeur von Getreide ist. Erste Prognosen für 2019/20 skizzieren eine deutliche Erholung. In seiner ersten Schätzung vom März geht der DRV von einer Getreideernte in Höhe von 47,1 Mio.t aus.

29.03.2019

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Marktlage Weizen

Weltweit wird die Weizenernte 2018/19 auf rund 733 Mio.t geschätzt (Vj. 763). Bei einem Verbrauch von 739,7 Mio.t werden damit die Endbestände zum 30.06.2019 voraussichtlich auf 270,5 Mio.t (stock-to-use-ratio = 36,6%) sinken. In der EU-28 taxierte die Kommission die Weizenernte 2018 in ihrer Märzschätzung 2019 auf rund 137,4 Mio.t, das sind gut 13 Mio.t weniger als im Vorjahr. Zwar fiel damit die Weizenernte in der EU schwach aus. Aber auch die Exporte sind rückläufig, so dass die Endbestände sich mit gut 15 Mio.t noch auf modera-tem Niveau bewegen. Für die kommende Ernte 2019 werden hingegen wieder 148,5 Mio.t Weizen, und damit eine deutliche Entspannung der Situation, erwartet. In Deutschland wurde 2018 mit rund 20,28 Mio.t sehr wenig Weizen gedroschen (Vj. 24,48). Unsachen waren ungünstige Aussaatbedingungen (Nässe) im Herbst 2017 sowie die anhaltende Trockenheit, besonders ausgeprägt im Norden und Osten des Landes. Erste Prognosen zur Ernte 2019 deuten aber auf Entspannung hin. Der DRV (Deutscher Raiffeisenverband) erwartet mit rund 24,2 Mio.t ein zu 2017 vergleichbares Ergebnis. Die Brotweizenpreise haben seit der Jahreswende, ähnlich wie andere Getreidearten, um rund 2,-€/dt auf aktuell 16,50 €/dt nachgegeben. A-Weizen erzielt Prämien um 0,30 bis 0,50 €/dt, E-Weizen um 0,50 bis 1,- €/dt.

29.03.2019

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2017
Terminmarkt Weizen

Der Frontmonat MAI19 in Paris notierte im 2. Halbjahr 2018 mit Seitwärtstrend in einem Band zwischen 200 bis 208 €/t. Die Spitze mit 216,25 €/t Anfang August war nicht zu halten. Nach 5 Jahren deutlich positiver Welt-Weizenbilanzen wird für das neue Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 eine defizitäre Bilanz gesehen. Insbesondere die europäische Ernte lag deutlich unter den Vorjahresniveau. In Summe konnten weltweit normale bis gute Weizenernten eingefahren werden, mit Ausnahme der Ernte in der EU. Begrenzt wurde der Anstieg der Weizenpreise v.a. durch umfangreichen Exporte vom Schwarzen Meer, v.a. aus Russland. Zwischenzeitlich wird klar, dass die Weizenexporte der EU in 2018/19 mit nur 20 Mio.t schwach ausfallen werden. In Verbindung mit einer hohen Ernteerwartung für 2019 (148,5 Mio.t) stehen die Weizenkurse seit Anfang Februar gar unter Druck. Aktuell notnotiert der MAI19 lediglich in einem Band zwischen 182 bis 188 €/t seitwärts. An der CBoT tendiert der Maiweizen 2019 in einem Band zwischen 430 bis 480 US-Cent/bushel deutlich unterhalb der 500 Cent-Grenze ebenfalls seitwärts.

29.03.2019

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen
Die Versorgungssituation mit Roggen fiel 2018, ähnlich wie bei anderen Getreidearten, er-heblich enger aus. Die Roggenernte 2018 brachte im Süden Erträge, die im Schnitt 10 bis 20% schwächer waren als üblich. Qualitativ weist der Roggen fast zu gute Eigenschaften auf. Sehr hohe Fallzahlen und hohe Verkleisterungstemperaturen lassen in der Verarbeitung eher zu enzymschwache, inaktive Teige erwarten. In der EU wurde nur 6,2 Mio.t Roggen geerntet, ein Minus von 1 Mio.t zum Vorjahr. Gegenüber dem Spitzenjahr 2013/14 beträgt das Minus sogar 4,1 Mio.t. Die Erzeugerpreise für Brotroggen sind, ähnlich wie andere Getreidepreise, seit ca. 8 Wochen rückläufig. Auf Großhandelsebene tendieren die Notierungen in Mannheim (franko Mannheim) mit 19,60 bis 19,80 €/dt rund 1,20 bis 1,50 €/dt schwächer als zur Jahreswende.
29.03.2019
Winterroggen 2017
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8
16,3

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2
15,8

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0
.

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

.

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.

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