Service-Navigation

Suchfunktion

Brotgetreide

Kontakt

Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


07171 / 917 207

llm@lel.bwl.de


Telefonverzeichnis der LEL

Marktlage Getreide

Welt: Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit deutlich positiver Weltgetreidebilanz waren die Endbestände auf ein solides Niveau angewachsen. In der Dezemberschätzung 2018 bezifferte das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) den Weltgetreide-Endbestand zum 30.06.2018 (Getreide ohne Reis) auf rund 649 Mio.t. Daraus ergab sich für das Getreidewirtschaftsjahr 2017/18 eine Relation Endbestand zu Erzeugung von 30,7% bzw. eine Reichweite der Endbestände von knapp 112 Tagen. So hoch wie zuletzt zur Jahrtausendwende. 2018/19 soll einer Erzeugung von 2.107 Mio.t einem Verbrauch von 2.144 Mio.t gegenüber stehen. Damit würden die Endbestände zum 30.06.2019 auf 603 Mio.t und der stock-to-use-ratio auf 28,1 % schrumpfen. Die Schätzung des Internationalen Getreiderats in London zeigt ähnliche Tendenzen.

Europa: In ihrem Aprilbericht schätzte die EU-Kommission die Getreideernte der EU-28 Staaten 2018 auf rund 306,2 Mio.t. Der Verbrauch wurde für 2018/19 mit rund 286 Mio. t etwas darunter gesehen. Die Drittlandexporte wurden für 2018/19 auf 41,7 Mio.t beziffert und lagen damit zwar rund 6 bis 8 Mio.t unter den Spitzenjahren 2014/15 und 2015/16, aber in Summe eher im Durchschnitt der letzten Dekade. Die Endbestände in der EU-28 wurden auf 47,2 Mio. t taxiert und lagen aufgrund des geringeren Exports deutlich über dem Vorjahresniveau (40,5). Die extreme Trockenheit im nordeuropäischen Raum veränderte das Bild aber erheblich. In der Januarschätzung wird nur noch eine Ernte von 288,7 Mio.t ausgewiesen. Trotz leicht sinkender Verbrauchsschätzung hat dies deutlich rückläufige Exporterwartungen (31,7 Mio.t) und einen niedrigeren Endbestand (43,3 Mio.t) zur Folge. Der Selbstversorgungsgrad in der EU-28 wird mit 100,8% auf dem Niveau des Jahres 2010/11 gesehen.

Deutschland: Das 2. vorläufige Ergebnis der Ernte 2018, veröffentlicht durch das Statistische Bundesamt im Oktober, weist eine Getreideernte ohne Mais von nur 34,64 Mio.t (Vj. 41,0) aus. Mit Mais wird die Erntemenge auf 38,0 Mio.t (Vj.: 45,56) beziffert. In Summe bedeutet das, dass Deutschland bei einem Jahresverbrauch von rund 43 bis 44 Mio.t in der Saison 2018/19 erstmals seit langem wieder Netto-Importeur von Getreide sein wird.

31.01.2019

Bestellen Sie hier unseren KOSTENLOSEN NEWSLETTER

6 mal im Jahr informiert über aktuelle Entwicklungen auf  landwirtschaftlichen Märkten.

Marktlage Weizen

Weltweit wird die Weizenernte 2018/19 auf rund 733,4 Mio.t geschätzt (Vj. 763). Bei einem Verbrauch von 743,7 Mio.t werden damit die Endbestände zum 30.06.2019 voraussichtlich auf 268,1 Mio.t (stock-to-use-ratio = 36,0%) sinken. In der EU-28 taxierte die Kommission die Weizenernte in ihrer Januarschätzung 2019 auf rund 137,4 Mio.t, das sind gut 13 Mio.t weniger als im Vorjahr. In Deutschland wurde 2018 rund 20,28 Mio.t Weizen gedroschen (Vj. 24,48). Dass die Ernte 2018 in Deutschland so schwach ausfiel ist zum einen den ungünstigen Aussaatbedingungen (Nässe) im Herbst 2017 geschuldet. Viel gravierender jedoch wirkte sich die anhaltende Trockenheit im Norden und Osten des Landes auf die Weizenernte aus. Witterungsbedingungen, die regional als Dürre zu bezeichnen sind, haben die Ernteerträge stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Brotweizenpreise zeigten sich ganz im Gegensatz zum üblichen Abwärtstrend in der Ernte eher fester und legten nach der Ernte schnell auf 17,50 €/dt zu. Im 4.Quartal 2018 bewegten sie sich auf diesem Niveau seitwärts, konnten aber zu Jahresbeginn nochmals auf 18,70 €/dt zulegen. A-Weizen erzielt Prämien um 0,50 bis 0,70 €/dt, E-Weizen um 1,- €/dt.

31.01.2019

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2017
Terminmarkt Weizen

Der Frontmonat MAR19 in Paris notierte in den zurückliegenden 5 Monaten mit Seitwärts-trend in einem Band zwischen 200 bis 208 €/t. Die Spitze mit 216,75 €/t Anfang August war nicht zu halten. Nach 5 Jahren deutlich positiver Welt-Weizenbilanzen wird für das neue Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 eine defizitäre Bilanz gesehen. Insbesondere die europä-ische Ernte lag deutlich unter den Vorjahresniveau. In Summe konnten weltweit normale bis gute Weizenernten eingefahren werden, mit Ausnahme der Ernte in der EU. Insofern begrenzt die noch ordentliche Situation am Welt-Weizenmarkt, insbesondere aber die umfangreichen Exporte am Schwarzen Meer, v.a. aus Russland, derzeit einen Anstieg der Weizenkurse. Auch die leichte Stabilisierung des Euro lässt den Kursen nur wenig Spielraum nach oben. In der EU wird aufgrund der engeren Versorgung mit geringeren Exporten gerechnet als noch im Frühjahr prognostiziert. An der CBoT tendiert der Märzweizen 2019 in einem Band zwischen 505 bis 525 US-Cent/bushel derzeit ebenfalls seitwärts.

30.11.2018

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen
Die Versorgungssituation mit Roggen fiel, ähnlich wie bei anderen Getreidearten, erheblich enger aus. Die Roggenernte 2018 brachte im Süden Erträge, die im Schnitt 10 bis 20% schwächer ausfielen als üblich. Qualitativ weist der Roggen fast zu gute Eigenschaften auf. Sehr hohe Fallzahlen und hohe Verkleisterungstemperaturen lassen in der Verarbeitung eher zu enzymschwache, inaktive Teige erwarten. In der EU wurde nur 6,3 Mio.t Roggen geerntet, ein Minus von 0,9 Mio.t zum Vorjahr. Gegenüber dem Spitzenjahr 2013/14 beträgt das Minus sogar 3,9 Mio.t. In Summe befinden sich die Erzeugerpreise auf gutem Niveau. Auf Großhandelsebene tendieren die Notierungen in Mannheim (franko Mannheim) mit 20,80 bis 21,10 €/dt ebenfalls fest. Festzuhalten ist aber, dass Roggen, ganz anders als Weizen, zu Jahresbeginn nicht zulegen konnte.
31.01.2019
Winterroggen 2017
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8
16,3

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2
15,8

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0
.

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

.

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.

Fußleiste