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Obst

Marktlage Kernobst

Tafeläpfel

Die Pflücke der Lagersorten ist abgeschlossen und die Umstellung auf Ware aus CA-Lagern ist bereits weit fortgeschritten. Das Tagesgeschäft verläuft eher ruhig, da das Verbraucherinteresse Ende November typischerweise auf Citrusfrüchten liegt.

Bisher wurden am Bodensee 20.630 t Tafeläpfel vermarktet, ein Rückgang von 8 % zum Vorjahr. Besonders negativ sticht hier der Einbruch der Umsätze bei Äpfeln der HKl. 1 um 3.110 t bzw. 14 % hervor. Dieser kann nur teilweise durch den witterungsbedingt um zwei Wochen verzögerten Erntebeginn erklärt werden. Vielmehr ist er zum Großteil auf Frostschäden bei der Sorte Jonagold zurückzuführen. Die betroffenen Partien konnten nur noch in mehreren bundesweiten Aktionen des Einzelhandels beutelweise als HKl. 2 bzw. 3 vermarktet werden, oder wanderten in die Verwertung. Darunter wiederum litten die Preise in diesen Segmenten deutlich. Für Schäläpfel wurden in der laufenden Saison 14,72 €/dt (-30 %) gezahlt, für Mostäpfel 8,48 €/dt (‑42 %). Der Zuversicht der Händler am Bodensee konnte dies jedoch bisher wenig anhaben. Sie gehen weiterhin von einer Marktbelebung zum Jahreswechsel und einem erfolgreichen Saisonverlauf aus. Erste vorläufige Vorratsmeldungen aus Deutschland scheinen diese Ansicht zu bestätigen.

Demnach belaufen sich die eingelagerten Bestände deutschlandweit auf 420.000 t (-2 % gg. Vj.), womit die Vorräte genau auf im Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen. Auf die Niederelbe entfallen 200.000 t (‑1 %), auf den Bodensee 119.200 t (+1 %). Auch EU-weit geben die Vorräte von insgesamt 5,52 Mio. t (-2 %) keinen Anlass zur Sorge, sodass sich der Verkaufsdruck voraussichtlich in Grenzen halten wird.

Das bisherige Preisniveau am Bodensee von durchschnittlich 55,36 €/dt für Tafeläpfel (‑4 %) dürfte somit, ähnlich wie im Vorjahr, vergleichsweise stabil gehalten werden können. Bio-Tafeläpfel kosten derzeit netto frei Rampe für den Großhandel etwa 136 €/dt (+5 %).

Gestützt wird die Situation auch durch die frostbedingten Ernteausfälle in Österreich, die es der Niederelbe ermöglicht haben, bedeutende Teile ihrer überdurchschnittlichen Ernte dort unterzubringen. Im Ergebnis wurden dort bereits so viele Äpfel der Sorte Elstar verkauft, dass die Vorräte deutschlandweit gegenüber dem Vorjahr um 13 % niedriger ausfallen. Dadurch könnte sich für den Bodensee eine Chance in der Vermarktung dieser mengenmäßig wichtigsten Sorte auftun, zumal hier mit einem Zuwachs von 44 % gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich große Mengen Elstar lagern. Bundesweit legten die Vorräte von Red Jonaprince dank erster Erträge aus zahlreichen Neuanpflanzungen um 20.000 t bzw. 47 % stark zu und dürften ebenso wie Boskoop (+33 %) unter Druck stehen. Braeburn (‑15 %) fiel nach den sehr hohen Beständen im Vorjahr wieder in Richtung durchschnittlicher Bestandsmengen zurück.

30.11.2016

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