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Deutsche Kirschen sind Mangelware

Aufgrund der starken Nachtfröste im April kann laut einer ersten Einschätzung des Statistischen Landesamtes in diesem Jahr in Baden-Württemberg nur noch mit einer Erntemenge von 3.115 t Süßkirschen und 900 t Sauerkirschen gerechnet werden. Das wären rund 80 % bzw. 40 % weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Deutschlandweit drohen Einbußen bei Süßkirschen von 64 % und damit die niedrigste Ernte seit der Wiedervereinigung. Weitere Verluste durch Hagel- und Starkregenereignisse in den vergangenen Wochen sind hier noch gar nicht berücksichtigt. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass durch den niedrigen Behang in diesem Jahr die Kaliber oft im Premiumsegment von >30 mm liegen.

Das hat natürlich auch preisliche Konsequenzen, jedoch längst nicht so stark, wie sich das die Erzeugerseite wünschen würde. So wurden in der Bodensee-Region bislang 109 t Süßkirschen (- 56 % gg. 5-Jahres-Ø) zu 351 €/dt (+20 % gg. 5-Jahres-Ø) vermarktet. Dass die Preise bisher nicht höher angestiegen sind, lag hauptsächlich an der Konkurrenz durch importierte Kirschen. So fällt selbst bei einer mittleren Ernte in Deutschland die Eigenversorgung mit Süßkirschen mit 50 % eher niedrig aus, in diesem Jahr dürfte der Anteil noch weitaus kleiner sein. Marktbestimmend waren daher zunächst auch die Erntemengen in Spanien, Italien und der Türkei. Dort standen zum Teil Rekordmengen zur Verfügung. Höhere Preise konnten die deutschen Erzeuger dadurch nur in der Direktvermarktung ab Hof oder auf Wochenmärkten erzielen. Der LEH tat sich ohnehin anfangs schwer, heimische Kirschen längerfristig in seine Programme aufzunehmen, da die Lieferfähigkeit der Betriebe oftmals unsicher war.

Mittlerweile neigt sich die Kirschenernte am Bodensee dem Ende entgegen. Restliche Ware aus geschütztem Anbau dürfte zu höheren Preisen vermarktet werden können, da parallel auch das Angebot an Importware aus Italien und Spanien abnimmt.












© Dennis Hezel, LEL Schwäbisch Gmünd

Stand: 12.07.2017

Aktuelle Preise

(KW 27, Baden-Württemberg)

In KW 30 keine Notierung 

Brotweizen
150
€/t
Braugerste
180
€/t
Futtergerste
140
(in KW 26)
In KW 27 n.n.
€/t
Körnermais
155
€/t
Raps
370
(in KW 26)
In KW 27 n.n.
€/t

Quelle: LBV

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