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Weltgetreide – 4 „fette Jahre“ in Folge füllen die Lager

 

Monat für Monat wird die Höhe der Welt-Getreideernte sowie der Endbestände (Stichtag = 30.Juni) eingeschätzt. Die Schätzungen spiegeln wieder, wie es um die weltweite Versorgung mit Getreide steht. Sämtliche Akteure der Wertschöpfungskette verfolgen gespannt diese Zahlen, insbesondere die Entwicklung der voraussichtlichen Endbestände. Es gibt weltweit eine Reihe von Organisationen, die solche Schätzungen veröffentlichen. In der Grafik dargestellt sind die jeweils in der zweiten Woche eines Monats veröffentlichten Daten des USDA (amerikanisches Agrarministerium), die vom Markt sehr genau beobachtet werden. Gerade die großen Rohstoffbörsen CBoT in Chicago oder MATIF in Paris reagieren sehr schnell und direkt auf diese Signale.

Fakt ist: War die Welt in der Julischätzung 2013 mit einem geschätzten Endbestand zum 30.06.2014 mit 355 Mio.t noch knapp versorgt (stock-to-use-ratio = 18,5%), so hat sich das Bild nach 4 guten Ernten in Folge komplett verändert. In der Dezemberschätzung 2016 wird der Endbestand zum 30.06.2017 bei 507 Mio.t Getreide gesehen (stock-to-use-ratio = 24,8%). Mit der Folge, dass die Getreidepreise in den zurückliegenden 4 Jahren deutlich nachgegeben haben. Notierte ein Bushel Weizen 2013 an der CBoT zwischen 640 bis 700 US-Cent sind es heute weniger als 400.

In Europa verlief der Kursrückgang bei Weizen nicht ganz so drastisch wie in den USA. Im Sommer 2013 notierte Weizen an der MATIF in Paris zwischen 185 bis 205 €/t, heute sind es 155 bis 170. Der geringere Kurseinbruch ist allerdings nur einer Tatsache zu zuschreiben. Im selben Zeitraum verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar rund 20 bis 25% seines Wertes. Rechnet man den Währungseffekt heraus, läge eine entsprechende Weizennotierung in Paris heute bei 125 bis 130 €/t.

Für die Vermarktung bedeutet das: Die gute Versorgung lässt nach Einschätzung vieler Marktkenner wenig Spielraum für ein deutliche Besserung an der Preisfront. Schwer einzuschätzen ist die weitere Entwicklung des Euro. Bei einer Erholung der Währung käme der europäische Weizenpreis stark unter Druck.

© Werner Schmid, LEL Schwäbisch Gmünd


Stand: 27.12.2016

Aktuelle Preise

(KW 02, Baden-Württemberg)

Brotweizen
135
€/t
Braugerste
175
€/t
Futtergerste
125
€/t
Körnermais
152
€/t
Raps
390
€/t

Quelle: LBV

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